Meine Rinderrettungsaktionen

34 Rinder - Hinter jedem Einzelnen steckt eine ganz besondere Geschichte.

Fiene - Aufgeben lohnt sich nicht

Fiene wurde im Dezember 2014 auf dem Hof meines Großvaters geboren. Sie sollte eine Mutterkuh werden. Nach dem ersten Kälbchen (Lina) stellte sich heraus, dass sie dafür nicht geeignet ist. Mein Opa war zu dem Zeitpunkt nicht mehr am Leben und die Zucht wurde aufgelöst, weshalb Fiene verkauft werden sollte.

Ich war damals 16 Jahre alt. Ich wusste, dass es Fiene kaputt machen würde, wenn man sie in einem Stall halten würde und aufgrund ihrer Sturheit und des wilden Verhaltens wäre sie wahrscheinlich, wenn nicht sogar direkt, geschlachtet worden. Allein der Gedanke, dass sie von ihrer Familie getrennt und mit einem Transporter in eine neue Umgebung verfrachtet werden sollte, tat mir weh. Also suchte ich nach einem Gnadenplatz für sie, den ich ein halbes Jahr später fand. Im Dezember 2017 wurde sie mit ihrer Mutter Klara in ihr neues Zuhause in NRW gebracht. Dort blieb sie bis zum Sommer 2020. Seitdem gehört sie mir und lebt in einem Pensionsstall im Sauerland.

Fiene mit ihrer Mutter Klara 2018.

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Fienes Geschichte

Isabella Nashota

Isabella stammt von einem Milchviehbetrieb im Erzgebirge. Sie wurde im November 2018 mit ihrem Zwilling Teomo geboren. Daher auch ihr zweiter Name Nashota. Das ist indianisch und bedeutet Zwilling. Meine Freundin Helena schrieb mir damals, dass ihre Lieblingskuh Snoopy auf dem Hof ihrer Großmutter Zwillinge bekommen hätte, zwei Bullenkälber. Ich sagte ihr sofort, ich würde alles daran setzten, sie zu retten. Ich hatte das Gefühl, dass das meine Aufgabe war. Ich musste es tun. Und mitten in Abitur- und Abschlussprüfungen telefonierten wir alle möglichen Gnadenhöfe ab, sprachen mit etlichen Leute und verbrachten unsere ganze Zeit mit der Rettung dieser zwei Kälber. Bullenkälber sind für die Milchindustrie wertlos, weil sie keine Milch geben können. Sie werden meistens im Alter von zwei Wochen in die Kälbermast verfrachtet. Wie ihre Schwestern trennt man sie schon kurz nach ihrer Geburt von der Mutter, was sehr schmerzlich für Kuh und Kalb ist. 
Snoopy durfte ihre Kälber nicht großziehen. 
Für ihre Zwillinge und auch ihre anderen Kälber war das selbe Schicksal vorgesehen: Kalbsschnitzel und Döner zu werden.
Helena und ich fanden nach einiger Zeit Leute, die sie aufnehmen wollten. Alles war in trockenen Tüchern; Wir hatten den Transport organisiert, das Geld zusammen, einen Platz und ich hatte die Zwei gekauft. Kurz vor der Abreise starb plötzlich Teomo. Das führte dazu, dass die Leute, die die Zwillinge kaufen wollten, sie nicht mehr nehmen wollten. 
Da ich sie aber schon gekauft hatte und sie auch nicht im Stich lassen konnte, entschied ich mich, Isabella vorerst aufzunehmen. Kurz vor ihrer Abreise stellte sich heraus, dass sie ein Kuhkalb war. Kuhkälber, die Zwillinge sind, sind in den meisten Fällen unfruchtbar, Isabella ist sogar ein Zwitter. Das macht auch sie für die Milchindustrie wertlos. Isabella wurde am 11.12.2018 von einem Tierschützer zu mir gebracht. Ein Tierschutzverein wollte sie anschließend aufnehmen. Bis dahin wollte ich für sie sorgen. Ich fütterte sie drei Mal täglich und ging jeden Tag mit ihr spazieren, um sie in einer Reithalle rennen zu lassen, denn sie konnte bei mir leider nur im Stall leben. Wenn ich weg war, sorgte meine Mutter für sie. Wir konnten einen anderen Lebenshof ausfindig machen, der näher bei uns lag und eine weitere Kuh für seinen geretteten Ochsen suchte. Somit wurde Isabella Anfang Februar 2019 vom "Aktion Tier Lottihof" abgeholt. Dort lebt sie nun in einer kleine Herde.
Isabella habe ich sehr ins Herz geschlossen. Zu sehen, wie sie zu einer wunderschönen, großen Kuh heranwächst, macht mich sehr froh.
Das war meine zweite Rettungsaktion, aus der ich viel lernen durfte.

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Ein Video über die Zeit mit Isabella Nashota.

Isabella auf dem Lottihof.

Isabella mit ihrem Kumpel Pauli.

Noni und Lina - das ewige Bangen nahm endlich ein Ende

Ich zog Noni und Lina zwar groß und kümmerte mich um sie, aber ich hatte keinerlei Rechte, über sie zu entscheiden. Sie hätten jederzeit verkauft werden können. Mit dieser Angst lebte ich ständig. Ich kämpfte immer wieder dafür, um endlich ihre Papiere zu kriegen. Man traute mir nicht zu, dass ich sie alleine versorgen könnte. An meinem 18. Geburtstag sollte ich sie bekommen. Doch so war es nicht.

Am 19.03.2019, drei Monate nach meinem Geburtstag unterzeichnete meine Oma den Vertrag, was sie damit endlich zu meinen eigenen Rindern machte. Das bedeutet mir die Welt. Es heißt, dass ihnen niemand etwas anhaben darf. Es gibt mir die Entscheidungsfreiheit und ich entscheide, dass Noname und Lina in Freiheit leben, keinen Nutzen erfüllen müssen und solange leben werden, wie sie es können und möchten.

Billy und seine Mädels

Eine ganze Herde sollte vernichtet werden. Einen Bullen wollte ich unbedingt retten. Ich hatte es ihm versprochen. Retten konnten wir letztendlich drei Rinder.

Billy kannte ich, da er für 2 Monate auf dem Hof meines Opas gelebt hatte, um die zwei Kühe zu decken. Ich hatte viel Zeit mit ihm verbracht und ihn fest in mein Herz geschlossen. Nachdem er verkauft und einige Zeit als Deckbulle genutzt wurde - in diesen 2 Jahren besucht ich ihn regelmäßig-  verletzte er sich bei einem Unfall und wurde scheinbar zeugungsunfähig und somit nutzlos für den Bauern. Er wusste, dass Billy mir wichtig ist, somit behielt er ihn, bis ich einen Platz und das Geld organisiert hatte. Ich startete einen Spendenaufruf. Ich hoffte, das Geld irgendwie zusammenkratzen zu können. Dann wurden durch die Spendenplattform Gofundme einige Reporter darauf aufmerksam. Über die Rettungsaktion wurden mehrere Zeitungsartikel geschrieben und zwei Fernsehbeiträge gedreht.
Es kam so viel Geld zusammen, dass ich kurz vor der Schlachtung noch zwei weitere Kühe aus der Herde kaufen konnte - Edda und Maíra. Billy sollte eigentlich in einer Tierklinik kastriert werden, was ich aber nicht wusste, war, dass Bullen dafür Nasenringe tragen müssen. Das wollte ich Billy nicht antun und suchte somit nach einer anderen Lösung. Ich vereinbarte mit dem Landwirt, bei dem ich die Kühe einstellen darf, dass Billy bis kurz nach seiner Kastration bei ihm bleiben könnte. Die Spedition Klümpen finanzierte den Transport ins neue, 300 Kilometer entfernte, Zuhause.
Billy ist bis heute mit seinen Mädels zusammen. Er musste den Stall nicht mehr wechseln, weil er dem Bauern ans Herz gewachsen ist. Die Drei werden in ihrem Zuhause außerordentlich gut versorgt. Ich hätte keinen passenderen Ort für sie finden können.
Doch irgendwann werde ich Billy zu mir holen. Wir gehören zueinander.

Elisa - endlich frei

Elisa stand lange angebunden in einem kleinen, dunklen Stall. Sie ist aufgrund einer schlechten Aufzucht und vermutlich auch Inzucht kleinwüchsig, daher hat sie für die Industrie keinen Wert, denn mit dieser Größe könnte sie keine Kälber gebären oder ausreichend Milch geben. Ich habe sie freigekauft und am 20.06.2020 wurde sie zu Noni und Lina gebracht. Zum ersten Mal konnte sie rennen und Gras essen.
Sie hat lange gebraucht, um anzukommen. Auch nach zwei Jahren war sie nicht wirklich Teil der Herde. Sie lebt nun mit einer etwas älteren Kuh zusammen, Mona, die für ein paar Monate mit in meiner Herde war. Bei ihr kann sie richtig ankommen, die Zwei sind gute Freundinnen und werden von Monas Besitzerin und Elisas Pflegepatin umsorgt und gepflegt. Mit Elisa begann eine meiner größten Rettungsaktionen...

Das Vermittlungsfoto, auf dem sie noch ihre Eisenkette trägt. Ein Blick auf das Foto reichte, um mich zu überzeugen: Ich werde dich befreien!


Im Transporter bei der Ankunft nach 7 Stunden Fahrt von Sachsen nach NRW.


Elisas erste Momente auf der Weide. Zum ersten Mal in ihrem ganzen Leben. Völlig unbeholfen, überfordert und ängstlich schaute sie mich an.


Elisa wenige Wochen nach ihrer Ankunft bei mir. Sie war klein und ihr Körper schwach und mickrig. Sie sah aus wie ein einjähriges Rind, dabei war sie schon 4 Jahre alt. Beim Laufen stolperte sie viel, da sie zuvor nur an der gleichen Stelle gestanden hatte.






Elisa ist bis heute zu einer stattlichen Kuh herangewachsen und hat mittlerweile fast eine normale Größe erreicht.


Elisa und ihre Pflegepatin Jenny. Für Elisa ist es schwer, Vertrauen zu Menschen zu fassen. Zu Jenny hat sie eine besondere Bindung. Die Zwei vertrauen sich.


Elisa und ihre beste Freundin Mona


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Rudi Tajo

Rudi stand, wie Elisa, fast sein gesamtes Leben an der Kette, er kommt aus dem selben Stall wie sie. Wo Rinder in kalten Gebäuden angekettet in Jahre altem Mist stehen und liegen. Kurz nach Elisas Befreiung konnte ich Rudi mithilfe von Spenden befreien und der Tierschutzverein "Rüsselheim e. V." nahm ihn bei sich in Fulda auf. Rudi hat nie Gutes erlebt, weshalb er sehr aggressiv ist. Er lebt in einer großen Herde mit vielen starken Ochsen und ist mittlerweile gut angekommen und ruhiger geworden.

"Befreit Margo und ihre Familie"

Aus dem selben Stall wie Elisa und Rudi stammen auch 
(von links nach rechts) Schneewittchen, Rapunzel, Julie-Ann und Margo, die vom "Tierparadies Muhrielle e.V." und mir befreit wurden, sowie folgende Rinder:
Elina und ihre Tochter Lara,
Frieda und ihre Tochter Tinkerbell und
Maya und ihr Sohn Tayo.
Die Kälbchen sind alle Kinder von Rudi, der 2020 nach Rüsselheim zog und genauso hatten auch seine Kinder und ihre Mütter das Glück, im Februar 2021 dort einzuziehen bzw. ins "Tierparadies Muhrielle" überzusiedeln. 
Es war eine große Herausforderung und meine bisher größte Rinderrettung. Ich bin sehr froh, dass diese Tiere nun nicht mehr an Ketten stehen sondern sich frei in einer Herde bewegen können!
Die älteste Kuh stand fast 13 Jahre angebunden in diesem Stall.

Schneewittchen und Rapunzel stammen aus dem selben Stall wie Elisa und Rudi. Das Tierparadies Muhrielle und ich haben sie gemeinsam befreit.

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Schneewittchen und Rapunzel stammen aus dem selben Stall wie Elisa und Rudi. Das Tierparadies Muhrielle und ich haben sie gemeinsam befreit.

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Elina und ihre Familie vor der Abfahrt nach Rüsselheim e.V.

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Der Umzug nach Rüsseleheim.

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Margo und Annys Sprung in die Freiheit.

Alva, Eddy und Fridolin - Glück im Unglück

Alle guten Dinge sind drei...

Eigentlich wollte ich ursprünglich nur eine Kuh kaufen. Dann wollte ich sie und ihr Kalb kaufen. Die Kuh bekam ich nicht, aber ihr Kalb - Alva. Und weil mir ihr kleiner Nachbar aus dem Kälberiglu so leid tat, weil er bitterlich nach seiner Mutter weinte, versuchte ich, ihn zu vermitteln. Ich lernte Alex kennen und sie kaufte das Kälbchen und nannte ihn Eddy. Fast zeitgleich meldete sich Katja bei mir, die ebenfalls helfen wollte. Ich konnte also ein weiteres Kalb retten und gab dem Bauern zum einfachen Verständnis bescheid, dass ich beide Kälber neben Alva kaufen würde. Ich musste mich in dem Moment innerhalb weniger Sekunden für ein Kalb von vielen entscheiden und ich folgte meinem Impuls: der Braun-weiße! Das war wenige Tage vor dem Abtransport vom Viehhändler. Der Weg hätte vermutlich in die Kälbermast geführt. Lange überlebt hätte keiner von ihnen. Viele haben auch nicht überlebt. Entweder starben sie kurz nach der Geburt an Krankheit oder sie wurden später umgebracht.
Diese drei hatten Glück. Wir ließen Alva, Eddy und Fridolin in dem Milchstall vier Monate aufziehen und zogen dann mit ihnen und einigen anderen geretteten Rindern auf einen Lebenshof. Dort ging es ihnen nicht gut und sie waren sehr weit weg von uns, weshalb wir uns entschieden, sie zu uns zu holen. Eddy zog zu seiner Besitzerin Alex und Alva und Fridolin kamen zu mir.
So haben wir drei Kälbchen gerettet, die zwar einen schweren Start ins Leben hatten, weil sie von ihren Müttern gewaltsam getrennt wurden, aber gleichzeitig Glück im Unglück hatten, dass sie entdeckt wurden und nun bis an ihr Lebensende behütet und umsorgt leben werden und nicht in der Kälbermast landen, um am Ende getötet und gegessen zu werden.

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Videodokumentation über ihr Aufwachsen.

Nono Nobody - Einer von vielen

"Heute haben Alex und ich unsere Kälbchen Alva, Eddy und Fridolin besucht. Ich ging an den vielen Kälberiglus vorbei und war ganz überrascht, wie viele Kälber schon wieder hinzugekommen waren. Ich sah auf die Markierungen an den Iglus. W steht für weiblich, B für männlich, Bullenkalb, in zwei Wochen reif für die Kälbermast. Der Melker des Milchviehbetriebs kam zu uns und drückte mir eine Nuckelflasche mit Milch in die Hand: „Du füttern Baby?“
Ich nahm die Plastikflasche mit dem erwärmten Milchaustauscher und folgte ihm zu dem Kälbchen, das gefüttert werden sollte. Er stand am Ende der Reihe. Wenige Tage alt. Schwarz-weiß und ein rosa-rotes Näschen mit schwarzen Pünktchen. Er verstand nicht, dass er trinken sollte. Also steckte ich meine Finger in seinen Mund und führte ihn zur Flasche. Er fing an, zu saugen, ganz vorsichtig und kraftlos. Ich hielt meine Hand unter seinen Kopf, weil es ihm schwer fiel. Er konnte auch noch nicht wie die anderen aus dem Eimer trinken. Ich schaute ihn an, sah in seine Augen und dachte an seine Mutter, die ihn 9 Monate lang ausgetragen hatte und jetzt nicht bei ihm sein durfte und fing an zu weinen.
Als männliches Kälbchen auf einem Milchviehbetrieb hat er die schlechtesten Karten. Einige Stunden nach der Geburt wurde er von seiner Mutter getrennt und in zwei Wochen wird er von einem Viehhändler abgeholt und vermutlich gemästet, bis er mit 6 Monaten geschlachtet wird. 
Ich weinte nicht wegen der Schlachtung. Mich traf es, dass er nicht bei seiner Mutter war und dass ihm, so einem unschuldigen hilflosen Wesen, so ein schweres Schicksal auferlegt wurde. Ein Schicksal, das so viele Kälbchen mit ihm teilen.
Als die Flasche leer war, schauten Alex und ich uns an und sie sagte „Was meinst du, sollen wir es versuchen?“
Ich fing an zu lachen. Normalerweise gehe ich nie zu den Kälbchen, weil ich es nur schwer ertrage.
Und nun versuchen wir es eben, auch für diesen kleinen Kerl ein Leben möglich zu machen.
Was wir suchen, ist entweder einen Lebensplatz (Kauf, Transport und Kastration können von mir bezahlt werden) oder jemanden, der ihn übernimmt und ihn vielleicht mit zu unseren anderen Kälbchen in den Pensionsstall stellt.
Die Chance ist klein, aber unsere Hoffnung umso größer.
Wer kann dieses Kälbchen retten?"

Das ist die Geschichte hinter Nonos Rettung. Er zog im Frühjahr 2021 zum

Tatsächlich konnte ich einen Tierschutzverein ausfindig machen, der den kleinen Nono aufnehmen kann. Er wurde dort von erfahrenen Leuten großgezogen und ist mit zwei weiteren Kälbchen aufwachsen.

Elodie und Elfrieda - Zwei Freundinnen, ein Schicksal

Elodie und Elfrieda habe ich im Spätsommer 2019 kennengelernt, als meine Kühe Noni und Lina die Weide neben ihnen bezogen. Der Bauer stellte sie mir als "Flocke und Locke" vor und erzählte mir, dass sie beschlagnahmt wurden und anschließend bei ihm gelandet wären. Er würde sie aufpäppeln und an einen Milchbauern weiterverkaufen.
Ich freundete mich ein bisschen mit den Beiden an und mir fielen die Namen Elodie und Elfrieda für sie ein. Sie waren zurückhaltend und recht scheu, aber sie spielten gerne mit mir und meiner mitgebrachten Plastiktüte.
Als sie verkauft wurden, dachte ich nicht, dass ich sie jemals wiedersehen würde. Zu dem Zeitpunkt war ich schon mit der Rettung meines Bullen Billy überfordert und konnte nicht den Kühen auch noch helfen, dachte ich. Ein Jahr später fragte ich den Vorbesitzer, wo die Zwei gelandet waren: ... bei seinem alten Schulfreund in der Milchviehanlage! Die Stadt hatten sie nicht verlassen. Was für ein Glück. Damit hatte ich nicht gerechnet!
Dort stellte ich mich vor und erklärte mein Anliegen. Ich bat darum, mich zu kontaktieren, sobald er die Kühe nicht mehr "brauchte", denn auch zu dem Zeitpunkt hätte ich mir sie nicht leisten können. Jedes Mal, wenn ich die Kühe besuchte, hatte der Landwirt mich und mein Anliegen wieder vergessen. Er merkte es sich erst, nachdem ich ihn um Hilfe bei der Rettung von Fiene bat.
Wir vereinbarten, dass ich zunächst Elfrieda im Mai 2021 bekommen sollte, wenn sie trocken gestellt wurde und dass sie nicht erneut besamt werden würde. Als ich sie im Februar 2021 besuchen wollte, erfuhr ich, dass sie doch wieder besamt worden war und die Trächtigkeitsuntersuchung war positiv, weshalb ich sie nicht bekommen konnte.
Ich erfuhr, dass Elodie kurz vor der Kalbung stand und versuchte, sie zu kaufen. Auch das gelang mir nicht. Elodies Kalb Alva wurde am 10. März geboren und leider von ihr getrennt, wie es in der Milchwirtschaft eben üblich ist. Ich kaufte Alva.
Im Mai musste Elodie wegen einer Labmagenverlagerung notoperiert werden. Danach gab sie keine Milch mehr, was wiederum bedeutete, dass ich sie endlich kaufen konnte! Es war wie ein Durchbruch. Endlich nahm man mich und mein Anliegen ernst.
Ein paar Wochen später besprach ich mit dem Bauern, welche Tiere am 17.07. alle umziehen und den Hof verlassen würden. Es waren die Kälber Alva, Eddy, Fridolin und Nayeli sowie Elodie und ich sagte wie selbstverständlich, dass Elfrieda auch mitkommen würde. Er hatte zuvor mehrmals gesagt, er würde sie für die Milchproduktion brauchen und ich könne sie haben, wenn sie nach dem 2. Kalb trockengestellt würde. Auch hier führte er dies wieder an, aber ich beschloss, dass Elfrieda mitfahren wird. Und er stimmte zu...
Nun leben beide gemeinsam mit ihren letzten überlebenden Kindern bei mir. Dieses Schicksal berührt mich jeden Tag aufs Neue, wenn ich sie gemeinsam auf meiner Weide sehe.

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Nayeli - Ins Herz geschlichen

Ganz unauffällig und schüchtern lernte ich das große weiße Kalb im März 2021 kennen, als meine kleine Alva grade geboren war. Es stand einige Kälberiglus weiter und nuckelte immer an dem Metallgriff ihres Nuckeleimers. Ich schaute, so gut es ging, weg, weil ich dachte, dass ich ihr nicht helfen könnte. Alva, Eddy und Frido kamen mit dem weißen Kalb in eine Kälbergruppe. Sie war die Älteste von allen und sehr ängstlich und erschreckte sich bei jeder kleinen Bewegung. Aber sie war neugierig und interessiert. Sie wollte Kontakt zu mir aufnehmen, aber schien nicht so recht zu wissen, wie. Sie traute sich bald, in meinen Schuh zu beißen und an meiner Kleidung zu nuckeln, aber nur, wenn ich mich auch nicht bewegte.
Mit den Wochen und Monaten wurde sie immer zutraulicher und merkte, dass ich ihr nichts tue. Sie fing auch an, mit uns zu spielen und taute richtig auf.
Ich beachtete sie kaum. Ich dachte, ich könnte sie nicht retten und versuchte, Abstand von dem ganzen Leid zu nehmen und keine Bindung aufzubauen.
Aber langsam schlich sie sich in mein Herz und ihr Gesicht ließ mich nicht los. Immer wenn ich an meine Kälber dachte, musste ich auch an sie denken. Ich beschloss, ein Zuhause für sie zu suchen. Ich suchte eigentlich für die gesamte Kälbergruppe, aber sie ist eine der wenigen, die freigegeben wurden.
Fridolins Besitzerin entschied sich, auch dieses Kalb zu übernehmen.
Sie wird ihr das Leben schenken, das sie verdient hat. Sie war eigentlich dafür vorgesehen, Milchkuh zu werden. Nun wird sie einfach ihr Leben genießen können, ohne etwas leisten zu müssen und dabei mit ihren Freunden zusammen sein.

Aus dem strahlend weißen Kalb mit dem braunen Herz auf dem Hals wurde Nayeli - indianisch für „Ich liebe dich“.
Mit ihrer liebevollen sanften Art hat Nayeli sich ganz unauffällig in unsere Herzen geschlichen und sich somit selbst das Leben gerettet.
Sie lebt mit Alva und Fridolin bei mir.

Henry und Romeo

Das war die absolut spontanste Rettungsaktion, die ich bisher gemacht habe...
Ich las einen Facebook-Beitrag von einer Tierschützerin, mit der ich in Kontakt stand. Sie wollte ein Kalb retten, das bereits beim Viehhändler war - erst zwei Wochen alt. Sie nannte ihn Bruno. Auf dem Foto waren noch zwei andere Kälber zu sehen. Ich fragte sie, ob bei ihrem Transport nicht noch ein Kalb Platz hätte. Meine Bekannte Daniela sicherte mir zu, das Kalb zu finanzieren und wollte ihn sogar auf sich überschreiben lassen. Gleichzeitig klärte ich mit dem Pensionsstall, zu dem Bruno gebracht werden sollte, ob er noch ein weiteres Kalb nehmen könnte. Beide sagten mir zu und ganz spontan durfte ich auch noch mitfahren. Das alles ergab sich innerhalb weniger Stunden. Beim Viehhändler angekommen, sah ich das dritte Kalb, das weiße. Ich weiß nicht, wie ich vorher denken konnte, ich könnte es einfach so alleine zurücklassen. In dem Moment, in dem ich das Kalb sah, zog ich mein Handy aus der Tasche und rief den Bauern an, um nach einem dritten Pensionsplatz zu fragen. Dem Viehhändler gab ich kurz zu verstehen, dass er das dritte Kalb bitte auch einladen soll :D Und alle drei fuhren sie gemeinsam in ein Leben in Freiheit in der Eifel!
Daniela gab ihrem Kalb den Namen Romeo und das weiße Kalb nannte ich Henry. Wenig später übernahm Daniela auch ihn in ihren Besitz. Lustigerweise kam sie darauf, weil eine ihrer Kollektionen von "Giulia & Romeo" 
"Romeo und Henry" heißt (was ich nicht wusste). Eine ziemlich verrückte Geschichte.

Pocahontas - Wildfang im Glück

Eine Gruppe aus 10 Kälbchen. Und sie stach von Anfang an hervor! Pocahontas, eine Mischung aus den Rassen Holsteiner und Weiß-Blauer-Belgier. Das heißt: Eine Milch-Fleisch-Kreuzung. Bedeutet: Mast und Schlachtung im Alter von 6 Monaten ODER Abtransport auf einen anderen Betrieb, Mast und Schlachtung nach ungewisser Zeit. 

Wir hatten so ein Kalb schon vorher in der Kälbergruppe. Sie war mit großer Wahrscheinlichkeit die Halbschwester von meinem Kälbchen Alva. Ich habe die Zwei auf den ersten Blick oft verwechselt, so ähnlich sahen sie sich. Sie wurde zum Mästen verkauft und ich ärgerte und ärgere mich so sehr, dass ich ihr nicht geholfen habe. 
Dann kam Pocahontas als Nachzüglerin in den „Kälberkindergarten“. (Unter einem Kindergarten verstehe ich übrigens einen Ort, an den Kinder zeitweise gebracht werden, um später wieder von ihren Eltern abgeholt zu werden. Die Milchindustrie sieht so etwas nicht vor, bezeichnet Kälbergruppen aber selber als Kindergärten.) 
Sie war erst ziemlich unscheinbar. Aber sie fiel mit der Zeit mehr und mehr auf, weil sie im Gegensatz zu den anderen Kälbern, sehr aufgeschlossen war und vor allem total cool. Sie war überhaupt nicht scheu und sie versuchte auch immer, mit uns zu spielen! Sie war eine der wildesten aus der Gruppe. Die Gruppe wurde dann aufgeteilt. Alle geretteten Kälbchen kamen auf die eine Stallseite und alle zukünftigen Milchkälber auf die andere. 
Durch Zufall... oder auch nicht ;) war Pocahontas in der Gruppe der Lebenstiere und ich konnte nun einfach nicht mehr länger wegsehen. 
Ich suchte ein Zuhause für sie. Ich stieß auf Lexa vom Begegnungshof in der Espe, die sich entschied, Ponci zu retten. Ich kaufte Ponci schnell, um sie zu sichern und wenig später zog sie mit einem weiteren Kälbchen - Mimi - auf den Lebenshof Kälbchenglück. Heute lebt Ponci mit ihrem Freund, dem Ochsen Taavo, bei Lexa.

Pocahontas und ihr Freund Taavo auf dem Begegnungshof.

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Pocahontas großer Tag

Mimi - 5 Tage Geborgenheit

Ich entdeckte Mimi in der Nachbarbox und verwechselte sie kurz mit Alva. Sie sahen aus wie Zwillinge. Nur war Mimi fast zwei Monate älter und viel kleiner als ihre Halbschwester. Noch dazu hatte sie einen kugelrunden Bauch und sah sehr schlecht aus. Ich erzählte Poncis Besitzerin Lexa von dem Kalb.
Lexa wiederum erzählte ihrer Bekannten Moira davon und die entschied sich, Mimi zu kaufen. Mimi bekam auch einen Platz auf dem Lebenshof Kälbchenglück. Moira nahm Kontakt zum Bauern auf und da dieser keine Chance mehr für Mimi sah, schenkte er sie Moira. Mimi kam völlig fertig auf dem Lebenshof an. Am Abend kam die Tierärztin und behandelte sie mit allen möglichen Mitteln. Mimi war sterbenskrank und noch einen Tag länger auf dem Bauernhof... sie wäre bald gestorben.
Mimi bekam alle Fürsorge und Liebe, die sie brauchte und verdiente. Sie schien ihr neues Leben zu genießen und sah von Tag zu Tag besser aus. Mehr als 5 Tage wurden es leider nicht. Auch wenn wir alles für sie getan hatten, für Mimi kam jede Hilfe zu spät.
Sie wäre auf dem Bauernhof elendig gestorben. Wegen ihrer Größe kam sie nicht einmal ans Wasser.
Hätte ich das alles früher bemerkt, hätte man ihr vielleicht noch helfen können. Andererseits ist das die Aufgabe der Besitzer. Kein Tierarzt hatte Mimi vorher je behandelt. Es rentiert sich schließlich nicht.

Dieses sanfte Wesen hat mein Herz berührt. Sie wurde Opfer der Milchindustrie und ihrer brutalen Ignoranz.

Rosemarie

Manchmal muss man ein bisschen anders sein...
Anders als die anderen, um herauszustechen. Um das Leben geschenkt zu kriegen...
Rosemarie war ein Kalb wie jedes andere. Aber eben doch nicht ganz. Denn sie hat eine Lähmung der rechten Gesichtshälfte. Dadurch fiel sie natürlich jedem auf. Als ich im Februar 2021 Elodie und Elfrieda besuchen ging, sah ich sie zum ersten Mal - im Kälbchenkindergarten.
Später stand sie in der Gruppe der Aussortierten in der Box neben Alva und den anderen Kälbern.
Ich hatte die ganze Zeit die Hoffnung, dass man sie wegen ihres besonderen Aussehens nicht schlachten würde oder, dass ihr jemand helfen würde. Aber am Ende war da keiner. Am Tag der Abfahrt unserer Kühe und Kälber, entschied ich mich ganz spontan, sie mitzunehmen. Ich wusste nicht, ob die Idee gut war, die Verantwortung zu groß, aber mein Gefühl sagte mir, dass es richtig war. Und das war es natürlich auch. Es war der 17.07.2021
Rosemarie gehörte für vier Monate dem Lebenshof „Kälbchenglück“. Dann zog sie wegen ihrer Behinderung auf den Lebensmuht-Hof.
Sie ist eigensinnig, aufgeweckt und auch ein bisschen widerspenstig. Auf dem Lebensmuht-Hof wird sie bedingungslos geliebt und mit allem doppelt und dreifach versorgt, um sie trotz ihrer Behinderung am Leben zu halten. Ein Glück, dass das nun für den Rest ihres Lebens so bleibt!

Emilio

Als ich Elfrieda im Sommer 2021 kaufte, war sie hochtragend. Sie bekam ihr Kälbchen wenig später im neuen Zuhause. Alles hat von Anfang an perfekt geklappt. Elfrieda ist eine Super-Mama. Und Emilio ist ein richtig neugieriges, selbstbewusstes Kälbchen gewesen, das so aufwachsen konnte, wie es sich gehört: Bei seiner Mutter, sicher und geborgen.
Damit geht ein Wunsch in Erfüllung. Ich habe mir schon lange gewünscht, irgendwann einmal eine ausgediente Milchkuh zu kaufen, die dann bei mir ihr Kalb behalten kann. Elfrieda war zwar noch jung und gut in der Milchleistung, aber ich konnte sie trotzdem retten und verdient hat sie es allemal, dass ihr Kalb bei ihr bleibt.
Und Emilio hat es natürlich verdient, bei seiner Mutter aufzuwachsen. Es ist wunderschön, ihn so zufrieden heranwachsen zu sehen.

Ein Leben für Mirabell

Ich besuchte meine drei Rinder Billy, Maíra und Fiene in der Pension und sah kurz bei den anderen Jungrindern vorbei, die der Bauer für einen Milchbauern großzieht. Ich stand vor der Box und mich schaute plötzlich diese Kuh mit großen, wunderschönen Augen an.

Ich war total fasziniert von ihrer Ausstrahlung. Ich sagte nur voller Begeisterung:

„Mein Gott, bist du hübsch!“

Sie waren alle hübsch, keine Frage. Aber irgendwas hatte sie (und nur sie) an sich, was mich sehr berührte und auch verblüffte. Ich sah sie die ganze Zeit an und sie sah mich an. Alle anderen schienen sich ihrem Schicksal gefügt zu haben, aber sie stand dort wie völlig falsch platziert. Als würde sie mir sagen: „Nun lass mich doch mal raus.“


Ich sah sie in Gedanken schon in meiner Herde bei den ganzen geretteten Rindern. Da gehört sie rein. Nicht in den Milchviehbetrieb. Dauerschwanger. An der Milchmaschine. Auf Spaltenboden. Getrennt von allen ihren Kälbern.


Meine Freundin und ich gingen, Mirabell muhte uns nach und ich sagte noch mit einem Lächeln zu ihr: „Ich denke an dich.“

Ich nahm mir vor, alles zu versuchen, um ihr zu helfen!


Natürlich hätten alle es verdient. Aber ich kann nicht allen helfen. Irgendwas sagte mir, dass ich genau ihr helfen muss. Mirabell.


Mirabell war erst 16 Monate alt.


Unsere Begegnung dauerte nur 5 Minuten, aber sie hat etwas für uns beide verändert. 


Innerhalb kurzer Zeit kamen einige Spenden für sie zusammen und es fanden sich Paten, die Mirabell von nun an gemeinsam finanzieren. Mirabell gehört weiterhin dem Bauern, der auch sehr froh darüber ist, dass sie bei ihm bleibt.

Mirabell bedeutet unter anderem WUNDERSCHÖN.

FUEGO FIPSI

Fuego, oder auch Fipsi, stammt aus einer Hobbyzucht in NRW. Ich sah eine Verkaufsanzeige im Internet von ihm und da war es um mich geschehen. Ich wusste, er gehört zu mir, obwohl ich eigentlich keine Rinder mehr aufnehmen wollte. Aber ich spürte, dass es richtig war, ihn zu mir zu holen. Ich nahm schnell Kontakt zum Verkäufer auf und nach einem langen und intensiven Lagerfeuer mit meiner Berufsschulklasse stand für mich fest, dass ich ihn kaufen würde. Wenige Tage später, Mitte März 2022 holte eine Freundin ihn mit mir zusammen ab. Fipsi war sehr traurig, als er hier ankam. Seine Mutter war grade geschlachtet worden und er hatte sein sicheres Zuhause verlassen müssen. Schnell fand er Anschluss bei Elfrieda und Co. Elfrieda adoptierte ihn nach kurzer Zeit und er trinkt noch immer bei ihr. Mit ihrem Sohn Emilio, der fast genauso alt ist wie Fipsi, spielt er viel und sehr wild. Er sucht den Kontakt zum Menschen, ist aber auch gerne für sich alleine. Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam einige Abenteuer erleben werden, denn er heißt nicht umsonst FUEGO.

Fuego und sein Bruder Emilio

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